Kindermann-Stiftung, Bielefeld
Kathrin Schwenk ist Erzieherin in der
Kindermann-Stiftung Bielefeld.
Träger der Einrichtung, welche sich in der
Altstadt von Bielefeld befindet, ist der Vorstand der
Kindermann-Stiftung.Die Kindermann-Stiftung ist ein rechtlich eigenständiger Träger und wird von der Stadt Bielefeld verwaltet.
Die Einrichtung umfasst 6 Gruppen mit insgesamt 115 Kindern:
1 kleine altersgemischte
Gruppe
3 Tagesstättengruppen
2 Hortgruppen.
Die Kindermann-Stiftung Bielefeld verfügt über eine eigene Homepage
www.Kindermann-Stiftung.deund ist unter folgender Anschrift zu erreichen:
Kindermann-Stiftung
Waldhof 12
33602 Bielefeld
Im Rahmen einer Medienpädagogik-Fortbildung wurde beschlossen, für den Hort einen Computer anzuschaffen. Die damit verbundene Entwicklung schildert Kathrin Schwenk in dem folgenden Bericht.
Computer im Hort der Kindermann-Stiftung Bielefeld - Ein Projektbericht
von Kathrin Schwenk
Im Rahmen einer Medienpädagogik-Fortbildung mit Schwerpunkt Computer im Kindergarten / Hort haben wir beschlossen, einen Computer bei uns im Hort "einziehen" zu lassen und ein entsprechendes Projekt mit den Mädchen und Jungen durchzuführen.
Der Computer wurde gemeinsam mit den Kindern im Gruppenraum aufgestellt, und so wurde eine neue Spielmöglichkeit, der "Spielplatz Computer", geschaffen. Die Kinder sollten diese neue Möglichkeit jederzeit nutzen können und mit Unterstützung der Erzieherinnen Medienkompetenz entwickeln.
Nachdem der Computer im Gruppenraum seinen Platz gefunden hatte und in einer Gesprächsrunde die Bedingungen und Voraussetzungen (Dienste und Pflichten werden nicht vernachlässigt) geklärt waren, wurde ein 30-minütiger Testlauf durchgeführt. Es gab doch etliche Kinder, die noch nie etwas mit einem Computer zu tun hatten. Als Erstes lernten die Kinder, wie der Computer eingeschaltet wird und wie er zu bedienen ist, bzw. wie die Spiele gestartet werden. Das Interesse bei den Kindern war groß. Schon bald wurden die ersten gelben Socken im Spiel "Max und das Schlossgespenst" gefunden. Alle anderen Kinder, die nicht direkt am Computer saßen, holten sich Stühle heran, fieberten mit und gaben Tipps.

Es wurde gezeigt (direkt mit dem Finger auf den Monitor), gelacht, und die Kinder hatten sichtlich Spaß an dem Spiel. Neid kam nicht auf, da die Kinder wussten, dass abwechselnd gespielt würde, wenn auch nicht an diesem Tag. Zum Abschluss dieses ersten Projekttages lernten die Kinder noch, den Computer herunterzufahren und auszuschalten. Somit waren Grundkenntnisse vorhanden, um in der folgenden Zeit vertieft zu werden.
Nachdem der Umgang mit dem Computer und die vorhandene Software den Kindern vertraut war, gingen wir in die Stadtbibliothek, um einen Orientierungslauf durch das Internet zu erleben. Sie bekamen die Internetadresse www.blindekuh.de vorgegeben, eine Suchmaschine für Kinder ab sechs Jahren. Von dieser Website aus konnten die Kinder gezielt und sicher durch das Internet surfen und Seiten ihres Interesses aufrufen. Jedes Kind konnte 20 Minuten lang das Internet nutzen. Die anderen zwei Kinder nahmen aktiv teil, halfen und gaben Tipps. 20 Minuten pro Kind reichten aus, es waren vereinzelt Ermüdungserscheinungen zu beobachten.
Am darauffolgenden Tag waren wieder die selben drei Kinder in der Stadtbibliothek, um an einer Internetrallye teilzunehmen. Sie hatten diverse Aufgaben zu lösen, immer ausgehend von der ihnen bereits bekannten Seite www.blindekuh.de, was ihnen problemlos gelang. Am Nachmittag erhielt jedes Kind für die Teilnahme an der Aktion eine Visitenkarte, die ihnen bescheinigte, dass sie sich auf einigen Seiten für Kinder im Internet zurechtfinden und mit der Suchmaschine "Blinde Kuh" umgehen können.
Der Computer im Hort wird regelmäßig genutzt, in erster Linie für Edutainment-Software, die den Kindern zur Verfügung steht. Zu beobachten ist, dass die Kinder zeitweise das Angebot nutzen, sich aber auch aus eigenem Antrieb anderen Freizeitmöglichkeiten widmen. Es kommt auch vor, dass Kinder den Computer als Rückzugsmöglichkeit aufsuchen.

Nach einem Vormittag im Hallenbad äußerte ein Mädchen den Wunsch, sich ein "Löwenzahn"-Video am Computer anzuschauen. Sie saß alleine am Computer, sah sich ganz entspannt das Video an und probierte anschließend aus, was sie noch mit dem Programm tun konnte. Sie genoss sichtlich die Ruhe, die um sie herum herrschte. Nach 20 Minuten verließ sie den Computer und ging in den Kreativbereich.
Seit drei Monaten haben wir einen Internetanschluss, so dass die Mädchen und Jungen auch über diese Informationsmöglichkeit verfügen. Um das Internet zu nutzen, müssen sie jedoch fragen, denn hier werden sie intensiv betreut. Eine Erzieherin hält sich dann mit am Computer auf und verhindert das Aufrufen unsicherer und für Kinder ungeeigneter Seiten.
Der Umgang mit dem Computer ist für die Kinder zur Selbstverständlichkeit geworden. Mittlerweile wird er auch zur Erledigung der Hausaufgaben und für gestalterische Zwecke genutzt. In einer AG haben die Kinder begonnen, eine Hortzeitung zu entwickeln.
An einem Elternabend wurden den Eltern der Hortkinder die Ziele und die Bildungsbereiche geschildert, die das Computerprojekt betreffen, Fragen geklärt und ein Erfahrungsbericht abgegeben. Außerdem konnten die Eltern selbst am Computer das bei den Mädchen und Jungen beliebte Spiel "Max und das Schlossgespenst" anspielen.
Das Gesamtteam der Einrichtung wurde in einer zweitägigen Fortbildung in die Arbeit mit dem Computer eingewiesen. Am ersten Tag konnten sie nach einer theoretischen Einführung Software für Kinder ausprobieren und Beurteilungskriterien entwickeln. Am zweiten Tag fand ein Kennenlernen des Internets mit allen seinen Möglichkeiten - surfen, chatten, mailen - statt.
Im Vormittagsbereich haben nun die Kinder der Tagesstätte die Möglichkeit, an einer Computer-AG teilzunehmen. Diese AG beschränkt sich jedoch auf einen Zeitraum von 6 Wochen pro Gruppe. Danach zieht der Computer erst einmal wieder aus dem entsprechenden Gruppenraum aus. Im Hort ist der Computer zur festen Einrichtung geworden, da auch der Internetanschluss direkt im Gruppenraum liegt.