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Die Diplomarbeit "Lernen an virtuellen Hochschulen" beschäftigt sich mit dem Wandel in der Bildungsgesellschaft, explizit mit dem Umgang moderner Technik in Lehr- und Lernprozessen innerhalb der Hochschullandschaft, auf dem Hintergrund der aktuellen medienpädagogischen Diskussionen um die Qualität virtueller Hochschulen. Ergänzt wird diese Diskussion durch die Forderung, zwecks Weiterentwicklung und Qualitätsstabilisierung für eine zielorientierte Lehre, verstärkt interaktive Lehr-, Lern- und Kommunikationsformen an den Universitäten einzuführen.
Daran anknüpfend wird die derzeitige Situation an deutschen Hochschulen anhand eines theoretischen Diskurses beschrieben, welcher sich der gängigen Lernmodelle nebst der dazugehörigen Lernarten, unterschiedlichen Lehrveranstaltungen und den damit verbundenen sozialen Gruppenprozessen, schwerpunktmäßig der Kommunikation, annimmt, um diese vergleichend auf das Lernen an virtuellen Hochschulen übertragen zu können.
Ausgehend von der medienpädagogischen Theorie im Bereich virtuellen Lernens werden die Möglichkeiten, Voraussetzungen und Grenzen medialer Lernformen anhand zweier Modelle kritisch untersucht: Die "Virtuelle Universität" der FernUniversität Hagen erhebt für sich den Anspruch, die erste "richtige" virtuelle Universität zu sein, während es sich bei dem Projekt "Winfoline" der Bertelsmann Stiftung/Heinz Nixdorf Stiftung, um einen virtuellen Studiengang handelt, welcher Präsenzveranstaltungen durch Online-Angebote ersetzt. Die Analyse motivationaler und kommunikativer Aspekte in Bezug auf das virtuelle Lernen stützt sich dabei auf Internetauftritte, vorliegende schriftliche Materialien und Erfahrungsberichte einzelner Studierender der "Virtuellen Universität" der FernUniversität Hagen und des Projektes "Winfoline".
Das Ergebnis der Analyse beider Modelle hat ergeben, dass die virtuelle Kommunikation sich unterschiedlicher Hilfsmittel bedient, um die Unterschiede zur face-to-face Kommunikation kompensieren und an die reale Lernwelt anpassen zu können. Begründen lässt sich dieses mit dem Bedürfnis nach emotionaler Nähe und Sicherheit, welches beim Lernen an virtuellen Hochschulen zunächst durch die räumliche Distanz nicht gegeben ist. Netzkommunikation hat eine veränderte Form sozialer Kontakte zur Folge und erfordert nicht nur eine veränderte Bereitstellung von Wissen, in Form von
interaktiven Lehr- und Lehrmaterialien, gefordert ist vor allem die Herausbildung der Medienkompetenz bei den Studierenden, um ein effektives Studium an virtuellen Hochschulen gewährleisten zu können, nicht zu vergessen der Einfluss einer ästhetischen Lernumgebung.
Die durch die Analyse gewonnenen Ergebnisse der hier genannten "Best-Practise-Modelle", dienten ebenfalls der Entwicklung praktikabler Vorschläge hinsichtlich der Umsetzung an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, auf dem Weg zu einer virtuellen Universität unter Berücksichtigung der Besonderheiten sozialer Berufsfelder.
Entwickelte Leitfäden zur Beurteilung virtueller Universitäten sollen zukünftigen Studierenden als Orientierungshilfe bei der Auswahl ihrer Studieneinrichtung dienen und unterstreichen noch einmal die praxisorientierte Ausrichtung dieser Arbeit.
Richter, Bettina: Diplomarbeit "Lernen an virtuellen Hochschulen", Mai 2001.
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